Cabaret Voltaire und Spiegelgasse

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Treten Sie vor den unscheinbaren Eingang des Cabaret Voltaire an der steilen Spiegelgasse und lauschen Sie dem Echo einer künstlerischen Weltrevolution. Mitten im Ersten Weltkrieg, am fünften Februar 1916, gründeten Hugo Ball und Emmy Hennings in diesem einfachen Wirtshaus eine Künstlerkneipe.

Key Facts

PlaceCabaret Voltaire und Spiegelgasse
AddressSpiegelgasse 1, 8001 Zürich, Schweiz
Geo Coordinates47.37180, 8.54460
Part of WalkGrossmünster, Niederdorf und Polybahn: Das lebendige Herz am rechten Limmatufer
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Treten Sie vor den unscheinbaren Eingang des Cabaret Voltaire an der steilen Spiegelgasse und lauschen Sie dem Echo einer künstlerischen Weltrevolution. Mitten im Ersten Weltkrieg, am fünften Februar 1916, gründeten Hugo Ball und Emmy Hennings in diesem einfachen Wirtshaus eine Künstlerkneipe. Angewidert vom mörderischen Kriegstaumel der europäischen Mächte erfanden sie hier mit Freunden eine völlig neue Kunstrichtung: den Dadaismus.

Hier trugen Tristan Tzara, Marcel Janco, Hans Arp und Richard Huelsenbeck Lautgedichte vor, deklamierten simultane Verse in verschiedenen Sprachen und führten wilde Maskentänze auf. Sie wollten die bürgerliche Kunst zertrümmern und durch absoluten Nonsens, Ironie und Spontaneität eine radikal freie Lebenshaltung schaffen. Dada wurde zur einflussreichsten Kunstbewegung des zwanzigsten Jahrhunderts.

Nur wenige Hausnummern weiter, im Haus Spiegelgasse Nummer vierzehn, wohnte zur selben Zeit im Jahr 1916 ein gewisser Wladimir Iljitsch Lenin im Exil. Während die Dadaisten im Cabaret die Sprache revolutionierten, plante Lenin in seinem schlichten Zimmer die bolschewistische Revolution in Russland. Im April 1917 verliess er Zürich in einem plombierten Eisenbahnwagen in Richtung Petrograd. Die architektonischen Details des Mauerwerks und die historische Ausstrahlung des Bauwerks faszinieren Gäste und Einheimische stets aufs Neue. Ein aufmerksamer Rundgang durch diese geschichtsträchtigen Winkel zeigt eindrücklich, wie harmonisch sich Zürichs reiches Erbe mit dem modernen urbanen Rhythmus verbindet.

Nach einer Besetzung durch Künstler im Jahr 2002 wurde das Cabaret Voltaire von der Stadt Zürich als lebendiges Kulturzentrum gerettet. Heute finden in der historischen Bar Ausstellungen, Lesungen und Performances statt. Die Wände sind mit historischen Manifesten und dadaistischen Kunstwerken geschmückt, die die kreative Anarchie jener Jahre spürbar machen. Seit Jahrhunderten prägen die Menschen dieser Stadt das unverwechselbare Antlitz ihrer historischen Quartiere und tragen ihre lebendigen Erzählungen in die Zukunft weiter. Ringsum spiegelt sich in jedem Pflasterstein die tiefe Verbundenheit der Limmatstadt mit ihrer stolzen Geschichte wider.

Folgen Sie der Spiegelgasse weiter nach oben und biegen Sie links in den malerischen Neumarkt ein.