Rue Juiverie und die Galerie von Philibert Delorme
Why is it significant?
Biegen Sie in die schmale, von hohen Steinmauern eingefasste Rue Juiverie ein, eine der vornehmsten Patrizierstraßen des Renaissance-Zeitalters in Lyon.
Key Facts
| Place | Rue Juiverie und die Galerie von Philibert Delorme |
|---|---|
| Address | Rue Juiverie 8, 69005 Lyon, France |
| Geo Coordinates | 45.76580, 4.82760 |
| Part of Walk | Fourvière und das Vieux Lyon: Von der gallorömischen Metropole Lugdunum zu den Renaissance-Traboules |
| Generated | Generated |
Biegen Sie in die schmale, von hohen Steinmauern eingefasste Rue Juiverie ein, eine der vornehmsten Patrizierstraßen des Renaissance-Zeitalters in Lyon. Die Straße, deren Name an die jüdische Gemeinde erinnert, die sich im Mittelalter bis zu ihrer Vertreibung hier angesiedelt hatte, wurde im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert zur bevorzugten Wohnadresse königlicher Richter, reicher Tuchhändler und königlicher Berater. Treten Sie durch den Torbogen der Hausnummer 8 in den Innenhof des Hôtel Bullioud ein, um eine weltberühmte architektonische Pioniertat zu bestaunen: die im Jahr 1536 errichtete Galerie von Philibert Delorme. Der damals erst sechsundzwanzigjährige Lyoner Baumeister kehrte frisch von Studienreisen aus Rom zurück und schuf diese hängende Galerie, die zwei Gebäudeflügel über einem engen Hof verbindet. Gestützt auf zwei kühne steinerne Trompenkraggewölbe, trug die Galerie ionische Halbsäulen und Rundbogenfenster, ohne einen einzigen Pfeiler auf den Hoffrieden zu stellen. Durch diese meisterhafte mathematische Schnitttechnik der Werksteine bewies der junge Architekt, wie antike Formenlehre und gallische Steinhauerkunst zu einer revolutionären Synthese verschmelzen konnten. Der Anblick dieser antikisierenden Meisterschaft inmitten des engen Altstadthofes überwältigt. Das goldene Sonnenlicht bricht sich an den feinen Steinprofilen. Im Treppenhaus des Patrizierhauses sind noch alte Steinmetzzeichen und heraldische Reliefs zu erkennen, die die bürgerliche Vornehmheit der früheren Bewohner eindrucksvoll unterstreichen.
Untersuchen Sie die beiden steinernen Eck-Trompen unter der Galerie: Delorme meißelte diese konischen Gewölbe mit vollendeter Stereotomie aus Werksteinblöcken, sodass sie gigantische Lasten mühelos in die Hausmauern ableiten.
Der wohlhabende Auftraggeber Antoine Bullioud forderte eine gedeckte Verbindung zwischen seinen Wohntrakten, verlangte jedoch ausdrücklich, dass der kostbare Hofraum für Pferdekutschen frei bleiben müsse.
Philibert Delorme begründete mit diesem Frühwerk seinen kometenhaften Aufstieg zum Hofarchitekten der französischen Krone, der später das Schloss Anet und Teile des Pariser Louvre gestaltete.
Folgen Sie der Rue Juiverie weiter nach Norden, um die Kirche Saint-Paul und die Saône-Quais zu erreichen.