Oskar Schindlers Emaillefabrik an der Lipowa-Straße

Why is it significant?

Tritt vor das geschichtsträchtige weiße Eingangsgebäude der Deutschen Emailwarenfabrik—DEF—an der Lipowa-Straße 4 in Zabłocie. Im Herbst 1939 übernahm der sudetendeutsche Unternehmer Oskar Schindler diese insolvente Fabrik zur Herstellung von emailliertem Kochgeschirr und Munitionshülsen.

Key Facts

PlaceOskar Schindlers Emaillefabrik an der Lipowa-Straße
Addressul. Lipowa 4, 30-702 Kraków, Poland
Geo Coordinates50.04750, 19.96170
Part of WalkPodgórze, das Krakauer Ghetto und Schindlers Emaillefabrik
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Tritt vor das geschichtsträchtige weiße Eingangsgebäude der Deutschen Emailwarenfabrik—DEF—an der Lipowa-Straße 4 in Zabłocie. Im Herbst 1939 übernahm der sudetendeutsche Unternehmer Oskar Schindler diese insolvente Fabrik zur Herstellung von emailliertem Kochgeschirr und Munitionshülsen. Schindler, anfangs ein kriegsgewinnlerischer Lebemann und Abwehroffizier, wandelte sich im Angesicht der Gräueltaten zum mutigen Beschützer seiner jüdischen Arbeiter. Aus der Fabrik wurde eine rettende Insel der Menschlichkeit inmitten des Ozeans nationalsozialistischer Vernichtungswut.

Schau durch die Toreinfahrt auf die Fotowand mit Porträts von über eintausend geretteten Männern, Frauen und Kindern: Schindlers berühmte Liste. Unter Einsatz seines gesamten Vermögens, mit Bestechungsgeldern, diplomatischem Geschick und gefälschten Produktionsnachweisen erklärte Schindler seine Arbeiter für kriegswichtig. Er errichtete auf dem Fabrikgelände ein eigenes Außenlager mit eigener Küche und Krankenstation, um die Menschen vor den Misshandlungen der SS zu schützen. Als die Rote Armee näher rückte, verlegte er die gesamte Produktion samt zwölfhundert Arbeitern nach Brünnlitz ins heutige Tschechien und rettete sie vor dem Tod.

Betritt das historische Verwaltungsgebäude: Hier ist Schindlers originales Chefzimmer mit Schreibtisch, Tresor und historischen Karten erhalten. Im Inneren des Fabrikkomplexes befindet sich heute die weltbekannte Dauerausstellung Krakau unter deutscher Besatzung 1939–1945 des Museums von Krakau. In eindrucksvollen, multimedialen Räumen wird das Leben der Krakauer Bürger, der Terror der Gestapo, der Untergrundkampf und das Ghetto dokumentiert. Gleich nebenan in den ehemaligen Werkhallen zeigt das MOCAK moderne internationale Gegenwartskunst.

Das Buch Schindlers Liste von Thomas Keneally und Steven Spielbergs gleichnamiger Oscar-prämierter Film machten diesen Ort zu einer weltweiten Pilgerstätte. Schindlers Tat beweist unumstößlich, dass selbst im tiefsten Dunkel moralische Integrität und Zivilcourage eines Einzelnen unzählige Leben retten können. Die Fabrik ist ein zeitloses Monument des Triumphes der Menschlichkeit über den Terror.

Hier endet unser Rundgang durch Podgórze, das Ghetto und die Stätten der Erinnerung von Krakau. Du hast die avantgardistische Cricoteka, den weiten Rynek, die Höhen des Krakus-Hügels, die bedrückende Ghettomauer und Schindlers rettende Fabrik erkundet. Mögen die Botschaft dieser Steine und das Gedenken an die Opfer in deinem Herzen lebendig weiterwirken. Vielen Dank für diese gemeinsame, bewegende Reise durch die Geschichte Krakaus.

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