Sprinkenhof und Kontorhausviertel
Why is it significant?
Stellen Sie sich in den weiten Innenhof des Sprinkenhofs und lassen Sie das monumentale Klinkermuster auf sich wirken, das die endlosen Fassaden wie ein geometrischer Teppich überzieht.
Key Facts
| Place | Sprinkenhof und Kontorhausviertel |
|---|---|
| Address | Burchardstraße 8, 20095 Hamburg, Germany |
| Geo Coordinates | 53.54900, 10.00400 |
| Part of Walk | Altstadt, Rathaus, Kontorhäuser und Speicherstadt: Hanseatische Kaufmannsmacht |
| Generated | Generated |
Stellen Sie sich in den weiten Innenhof des Sprinkenhofs und lassen Sie das monumentale Klinkermuster auf sich wirken, das die endlosen Fassaden wie ein geometrischer Teppich überzieht. Errichtet in drei Bauabschnitten zwischen 1927 und 1943 durch die Architektenbrüder Hans und Oskar Gerson gemeinsam mit Fritz Höger, war dieser riesige Kontorhauskomplex zur Zeit seiner Entstehung das größte zusammenhängende Bürogebäude auf dem europäischen Kontinent. Die Fassade besticht durch eine außergewöhnliche Reliefstruktur aus rautenförmig verlegten Klinkern, akzentuiert durch vergoldete Terrakotta-Medaillons mit Motiven aus Handel, Seefahrt und Hamburger Handwerk. Hier schlug in der Weimarer Republik das Herz des modernen Dienstleistungszentrums: Erstmals entstanden Großraumbüros mit modernsten Paternosteraufzügen, Rohrpostanlagen und unterirdischen Garagen für Automobile, die den Übergang vom traditionellen Kaufmannskontor zum modernen Weltkonzern markierten. Das gesamte Kontorhausviertel rund um den Burchardplatz war das erste reine Büroviertel Europas, das nach einem verheerenden Choleraausbruch anstelle maroder Gängeviertel planmäßig aus dem Boden gestampft wurde. Bewundern Sie die handwerkliche Perfektion der Klinkerkunst, die selbst riesigen Baumassen hanseatische Eleganz verleiht. Die monumentalen Innenhöfe und weitläufigen Treppenaufgänge zeugen von der beispiellosen kaufmännischen Dynamik der Weimarer Republik in Norddeutschland. Bis heute schätzen internationale Unternehmen die repräsentative Ausstrahlung dieses hanseatischen Kontorhauses mitten in der Hamburger Innenstadt. Die imposanten Pfeilerarkaden des Sprinkenhofs verleihen dem Gebäudekomplex eine palastartige Würde, die das Selbstbewusstsein der Hamburger Kaufmannschaft widerspiegelt.
Betrachten Sie die rhythmischen Schmuckelemente: Tausende Klinkersteine wurden winklig vermauert, sodass bei wanderndem Sonnenstand ein ständiges Schattenspiel entsteht. Die meisterhafte Symmetrie der Hoffassaden fängt das wechselnde norddeutsche Tageslicht auf unvergleichlich plastische Weise ein.
Der Sprinkenhof war Vorreiter moderner Büroarchitektur und verfügte bereits 1930 über eine zentrale Tiefgarage mit eigener Tankstelle für die Angestellten.
Die Architekten Hans und Oskar Gerson erlebten die Fertigstellung ihres Hauptwerks nicht mehr; Hans starb 1931, während sein Bruder Oskar als Jude vor den Nationalsozialisten fliehen musste.
Verlassen Sie den Innenhof nach Süden und gehen Sie über den Meßberg zum historischen Wandrahmsteg.