Krameramtsstuben
Why is it significant?
Bücken Sie den Kopf beim Durchschreiten des schmalen Torbogens am Krayenkamp und treten Sie in eine verborgene Welt des siebzehnten Jahrhunderts ein.
Key Facts
| Place | Krameramtsstuben |
|---|---|
| Address | Krayenkamp 10, 20459 Hamburg, Germany |
| Geo Coordinates | 53.54880, 9.98050 |
| Part of Walk | Hafenrand, Landungsbrücken, St. Pauli und Reeperbahn: Seefahrt, Michel und Kiez |
| Generated | Generated |
Bücken Sie den Kopf beim Durchschreiten des schmalen Torbogens am Krayenkamp und treten Sie in eine verborgene Welt des siebzehnten Jahrhunderts ein. Die Krameramtsstuben sind die letzte vollständig erhaltene geschlossene Hofbebauung Hamburgs und ein anrührendes Zeugnis frühneuzeitlicher Sozialfürsorge. Errichtet im Jahr 1676 durch die vermögende Zunft der Krämer, dienten diese malerischen zweigeschossigen Fachwerkhäuser mit ihren vorkragenden Obergeschossen und Butzenscheiben als Witwenwohnungen für die Hinterbliebenen verstorbener Zunftbrüder. Nach dem Tod eines Krämers mussten dessen Witwe und Waisen ihr Geschäft und die Wohnung für den Amtsnachfolger räumen; die Zunft stellte ihnen hier mietfrei eine winzige Wohnung nebst einer kleinen Rente zur Verfügung, um ihnen ein würdevolles Auskommen zu sichern. Das winzige Kopfsteinpflastergässchen, gesäumt von roten Backsteinwänden und gedrechselten Holzbalken, lässt den hektischen Großstadtlärm mit einem Schritt vergessen. In einer der Stuben ist heute eine Außenstelle des Museums für Hamburgische Geschichte untergebracht, in der man die originale Einrichtung einer solchen Witwenwohnung mit Alkovenbett, gusseisernem Ofen und altem Hausrat besichtigen kann. Dieser beschauliche Winkel erinnert an die soziale Solidarität der hanseatischen Handwerkergemeinschaften jenseits der großen Handelsmagnaten. Die liebevoll gepflegten Häuserfassaden mit ihren Butzenscheiben zählen zu den schönsten und stimmungsvollsten Fotomotiven der Hamburger Neustadt. Die knarrenden hölzernen Treppenstufen und die niedrigen Zimmerdecken in den historischen Stuben lassen die einstige Beengtheit des städtischen Alltags nachempfinden.
Beachten Sie die Fachwerkkonstruktion: Die oberen Stockwerke kragen deutlich über die Gasse vor, um im engen Innenhof wertvollen Wohnraum zu gewinnen. Der verträumte Pflasterhof bietet einen wohltuenden Moment der Stille und Einkehr abseits des hektischen Verkehrs rund um den Großneumarkt.
Das Krameramt war eine der mächtigsten Zünfte Hamburgs und besaß das Monopol auf den Handel mit Kleinwaren, Gewürzen, Kurzwaren und Lebensmitteln in der Stadt.
Die Witwen durften die Wohnungen auf Lebenszeit nutzen, verloren das Wohnrecht jedoch sofort, wenn sie sich zu einer erneuten Heirat entschlossen.
Verlassen Sie den Innenhof und wenden Sie sich nach Westen über den Zeughausmarkt in den Alten Elbpark zum Bismarck-Denkmal.