Santa Trinita und die Sassetti-Kapelle: Ein Schluss mit Weitblick

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Mitten auf dem Platz steht eine Granitsäule, oben eine Figur der Gerechtigkeit. Die Säule stammt aus den Caracalla-Thermen in Rom, ein Geschenk des Papstes an Cosimo den Ersten, und sie markiert die Stelle, an der der Herzog 1537 die Nachricht vom Sieg bei Montemurlo erhalten haben soll.

Key Facts

PlaceSanta Trinita und die Sassetti-Kapelle: Ein Schluss mit Weitblick
AddressPiazza di Santa Trinita, 50123 Firenze FI, Italy
Geo Coordinates43.77010, 11.25070
Part of WalkDas Erbe der Medici: Florenz zwischen San Lorenzo und Santa Maria Novella
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Mitten auf dem Platz steht eine Granitsäule, oben eine Figur der Gerechtigkeit. Die Säule stammt aus den Caracalla-Thermen in Rom, ein Geschenk des Papstes an Cosimo den Ersten, und sie markiert die Stelle, an der der Herzog 1537 die Nachricht vom Sieg bei Montemurlo erhalten haben soll. Der Sieg über die Strozzi, die du gerade kennengelernt hast.

Hinter dir liegt die Kirche Santa Trinita, mit einer Fassade von Bernardo Buontalenti aus den 1590er Jahren. Geh hinein und rechts nach vorn zur Kapelle neben dem Altarraum. Francesco Sassetti, der Generaldirektor der Medici-Bank, ließ sie zwischen 1483 und 1485 von Domenico Ghirlandaio ausmalen, mit dem Leben des heiligen Franziskus.

Nun der Trick: Die Bestätigung der Ordensregel spielt nicht in Rom, sondern auf der Piazza della Signoria, mit dem Palazzo Vecchio im Hintergrund. Und am Rand steht, als wäre er zufällig vorbeigekommen, Lorenzo der Prächtige neben seinem Bankdirektor. Vorne steigen die Söhne Lorenzos mit ihrem Lehrer, dem Dichter Poliziano, eine Treppe empor. Ein Heiligenbild als Familienalbum der Macht.

Nur wenige Jahre später zerbrach dieses Florenz. Lorenzo starb 1492, die Medici-Bank brach zusammen, die Familie wurde 1494 vertrieben. Sie kam zurück, wurde zu Herzögen und Großherzögen... bis 1737 Gian Gastone als Letzter starb. Und hier schließt sich unser Kreis. Im Oktober 1737 unterzeichnete Anna Maria Luisa, die Witwe aus Düsseldorf, mit dem neuen Haus Lothringen den Familienpakt. Alle Kunstschätze der Medici, Gemälde, Statuen, Bibliotheken, Juwelen, sollten für immer in Florenz bleiben, zur Zierde des Staates, zum Nutzen der Öffentlichkeit und um die Neugier der Fremden anzuziehen.

Denk an die Alte Pinakothek in München, wohin die Sammlung ihres Mannes gewandert war. Anna Maria Luisa wusste, wie schnell eine Stadt ihre Schätze verlieren kann, und sie hat Florenz davor bewahrt. Jedes Jahr am 18. Februar, ihrem Todestag, gedenkt die Stadt ihrer. Wenn du heute in den Uffizien vor Botticelli stehst, dann auch ihretwegen. Geh zum Lungarno hinunter, schau auf den Fluss... und sag ihr leise danke.

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