Der Grand-Place : Das goldene Theater von Brabant

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Treten Sie in die Mitte des geschichtsträchtigen Kopfsteinpflasters des Grand-Place in Brüssel und lassen Sie Ihren Blick langsam über die goldglänzenden Barockfassaden schweifen.

Key Facts

PlaceDer Grand-Place : Das goldene Theater von Brabant
AddressGrand-Place 1, 1000 Bruxelles, Belgium
Geo Coordinates50.84670, 4.35240
Part of WalkBrüssel : Grand-Place und Königliches Viertel
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Treten Sie in die Mitte des geschichtsträchtigen Kopfsteinpflasters des Grand-Place in Brüssel und lassen Sie Ihren Blick langsam über die goldglänzenden Barockfassaden schweifen. Vor Ihnen ragt an der Südseite das gotische Rathaus von Brüssel empor, dessen filigran durchbrochener Rathausturm stolze sechsundneunzig Meter in den Himmel steigt, gekrönt von einer vergoldeten Statue des Erzengels Michael. Betrachten Sie die auffällige Asymmetrie des Rathauses: Eine alte Stadtlegende behauptet hartnäckig, der Baumeister habe sich wegen dieses Konstruktionsfehlers vom Turm gestürzt, obgleich die beiden Flügel im fünfzehnten Jahrhundert schlicht in zwei verschiedenen Bauphasen errichtet wurden.

Dieser prachtvolle Markt war im elften Jahrhundert lediglich ein feuchter Sumpfboden am Ufer der Senne, der von den Bürgern schlicht als Nedermerct bezeichnet wurde. Im Laufe der Generationen errichteten die einflussreichen Zünfte von Brüssel, von den Brauern über die Schneider bis zu den Bäckern, hier ihre hölzernen Gildehäuser, um ihre bürgerlichen Freiheiten selbstbewusst gegenüber den Herzögen von Brabant zu demonstrieren. Jedes Haus trug stolze Symbole wie den Schwan, den goldenen Baum oder das Taubenhaus.

Im August sechzehnfünfundneunzig brach ein verheerendes Inferno über die Stadt herein: Die französischen Truppen Ludwigs des Vierzehnten unter Marschall Villeroi beschossen Brüssel drei Tage lang pausenlos mit Artillerie. Über viertausend Kanonenkugeln und Brandbomben legten den Grand-Place vollständig in Schutt und Asche, wobei wie durch ein Wunder nur der steinerne Rathausturm den Flammen trotzte.

In einem beispiellosen Kraftakt des bürgerlichen Stolzes bauten die Zünfte und Kaufleute den gesamten Platz in weniger als fünf Jahren wieder auf. Sie schufen ein harmonisches barockes Gesamtkunstwerk mit flämischen Giebeln, üppigen Voluten und echtem Blattgoldüberzug, das die Besucher aus aller Welt bis heute als schönstes Freilichttheater Europas begeistert, von Victor Hugo einst als prächtigster Platz der Welt gefeiert.

Verlassen Sie den Platz an der nordöstlichen Ecke über die Rue de la Colline, überqueren Sie den Grasmarkt und treten Sie unter das gläserne Dach der Galeries Royales Saint-Hubert.