Die Galeries Royales Saint-Hubert : Die Wiege der Praline
Why is it significant?
Treten Sie unter den monumentalen Rundbogen und blicken Sie hinauf zur geschwungenen Glas- und Gusseisenkonstruktion der Galeries Royales Saint-Hubert in Brüssel.
Key Facts
| Place | Die Galeries Royales Saint-Hubert : Die Wiege der Praline |
|---|---|
| Address | Galerie du Roi 5, 1000 Bruxelles, Belgium |
| Geo Coordinates | 50.84710, 4.35470 |
| Part of Walk | Brüssel : Grand-Place und Königliches Viertel |
| Generated | Generated |
Treten Sie unter den monumentalen Rundbogen und blicken Sie hinauf zur geschwungenen Glas- und Gusseisenkonstruktion der Galeries Royales Saint-Hubert in Brüssel. Diese über zweihundert Meter lange Einkaufspassage wurde im Jahre achtzehnhundertsiebenundvierzig von König Leopold dem Ersten feierlich eingeweiht. Entworfen von dem genialen jungen Architekten Jean-Pierre Cluysenaer, übertraf dieser Lichttempel die berühmte Galleria Vittorio Emanuele in Mailand um mehrere Jahrzehnte und setzte neue Maßstäbe für das europäische Geschäftsleben.
Die Passage unterteilt sich in drei Abschnitte: die Galerie des Königs, die Galerie der Königin und die kleinere Galerie der Prinzen. Sie bot dem aufstrebenden Brüsseler Bürgertum einen windgeschützten, sauberen Raum fernab vom Schlamm und Pferdemist der Straßen, um geschützt vor Wind und Wetter luxeriöse Einkäufe zu tätigen und Neuigkeiten auszutauschen. Vornehme Modegeschäfte, Buchhandlungen und Silberschmiede säumten die Marmorarkaden.
Im Jahre achtzehnhundertsiebenundfünfzig eröffnete der Schweizer Apotheker Jean Neuhaus in der Galerie der Königin seine Manufaktur, in der er zunächst bittere Heilkräuter mit flüssiger Schokolade überzog, um sie schmackhafter zu machen. Sein Enkel Jean Neuhaus Junior hatte im Jahre neunzehnhundertzwölf den genialen Einfall, die Arznei durch eine feine geröstete Haselnusscreme zu ersetzen: Damit war die allererste belgische Schokoladenpraline der Weltgeschichte geboren, gefolgt von der Erfindung der berühmten Ballotin-Geschenkschachtel im Jahre neunzehnhundertfünfzehn.
Während des neunzehnten Jahrhunderts diente diese elegante Arkade als beliebter Treffpunkt für französische Intellektuelle im politischen Exil. Victor Hugo spazierte hier täglich während der Niederschrift seines Meisterwerks Les Misérables und debattierte im Café des Vaudevilles stundenlang mit Alexandre Dumas und dem Dichter Charles Baudelaire bei dampfendem Mokka und frischen Waffeln, während draußen der typische Brüsseler Nieselregen auf das schützende Glasdach niederging und die Bürger von Brüssel die verlockenden Schaufenster der Chocolatiers bewunderten.
Verlassen Sie die Galerie am westlichen Ausgang zur Rue des Bouchers, überqueren Sie die Rue au Beurre und bestaunen Sie die monumentale Säulenfront der Brüsseler Börse.