Das Huis Ter Beurze : Die Wiege des weltweiten Börsenhandels
Why is it significant?
Blicken Sie hinauf zum treppenförmigen Backsteingiebel des Huis Ter Beurze an der Vlamingstraat Nummer fünfunddreißig in Brügge, an dessen Fassade drei lederne Geldbeutel als steinernes Familienwappen prangen.
Key Facts
| Place | Das Huis Ter Beurze : Die Wiege des weltweiten Börsenhandels |
|---|---|
| Address | Vlamingstraat 35, 8000 Brugge, Belgium |
| Geo Coordinates | 51.21020, 3.22400 |
| Part of Walk | Brügge : Hanse-Kaufleute, Grachten und Windmühlen |
| Generated | Generated |
Blicken Sie hinauf zum treppenförmigen Backsteingiebel des Huis Ter Beurze an der Vlamingstraat Nummer fünfunddreißig in Brügge, an dessen Fassade drei lederne Geldbeutel als steinernes Familienwappen prangen. Auf dem kleinen Kopfsteinpflasterplatz vor dieser mittelalterlichen Herberge versammelten sich ab dem dreizehnten Jahrhundert täglich Kaufleute aus allen Winkeln Europas und schenkten der Welt den Begriff der Börse für den organisierten Finanzmarkt schufen, an dem Werte, Risiken und Zukünfte professionell bewertet wurden.
Die Patrizierfamilie Van der Beurze betrieb an diesem Ort ein angesehenes Handelshaus und Gasthaus für durchreisende Großkaufleute. Händler aus Venedig, Genua, Katalonien und den Hansestädten, die unterschiedliche Sprachen sprachen und fremdartige Münzen mitbrachten, fanden in Robert van der Beurze einen verlässlichen Makler, der Verträge beglaubigte, Wechselkurse festlegte und Wechselbriefe ausstellte, wodurch bare Goldtransporte über weite und unsichere Handelswege überflüssig wurden.
Aus diesen informellen Treffen unter freiem Himmel entwickelte sich die erste geregelte Waren- und Devisenbörse der Menschheitsgeschichte. Jeden Morgen eröffnete der Klang einer Glocke den Handel: Hier wurden Schiffsladungen mit Getreide aus dem Baltikum, spanische Merinowolle, italienische Seide und päpstlicher Alaun gehandelt, lange bevor Börsen in Antwerpen, Amsterdam, London oder Frankfurt entstanden und das moderne Finanzwesen von Grund auf revolutionierten. Das Läuten der Marktglocke diktierte damals den Lebensrhythmus der gesamten Kaufmannschaft von Brügge und markierte den Beginn milliardenschwerer Geschäftsabschlüsse.
Rings um den Platz blieben die Fassaden der ehemaligen Konsulate von Genua und Florenz erhalten, deren gotische Loggien noch heute von der diplomatischen Bedeutung Brügges künden. Brügge war die einzige Handelsstadt Nordwesteuropas, in der die großen italienischen Seerepubliken ständige diplomatische Vertretungen mit eigenen Gerichtsbarkeiten unterhielten, um die Interessen ihrer weitgereisten Kaufleute wirksam zu schützen und Streitigkeiten unter den Händlern rasch und gütlich beizulegen.
Gehen Sie die Vlamingstraat nach Norden hinab, biegen Sie rechts in die Academiestraat ein und treten Sie auf das weite Hafenbecken des Jan-van-Eyck-Platzes.